

Kinderärzte verordnen immer noch Fluoridtabletten, obwohl keine notwendig wären. Aufgrund aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse ist beim Einsatz von Fluoriden der lokalen Applikation (wie Zahncreme) gegenüber der systemischen (Fluoridtabletten) Zufuhr der Vorrang einzuräumen.
Der direkte Kontakt der Zähne mit den Fluoriden wirkt in erster Linie karieshemmend.
Wichtig ist immer, dass eine individuelle Fluorid-Anamnese des Kindes vom Zahnarzt erstellt wird. Dann erfolgt eine ausführliche Beratung und Empfehlung für die Fluoridierung.
1. Vor dem 6. Lebensmonat aus Sicht der Zahnärzte
keine Fluoridierungsmaßnahmen notwendig.
2. Mit Durchbruch der Milchzähne sollten die Eltern mit einer
Kinderzahncreme (maximal 500ppm Fluorid) einmal täglich
(erbsengroße Menge) die Zähne ihrer Kinder reinigen. Bitte
keine "schmackhafte" Creme verwenden, da hier ein Anreiz
zum Verschlucken gegeben ist.
3. Ab dem 2. Jahr: Milchzähne zweimal täglich putzen. Die
frühzeitige Erziehung zur regelmäßigen Zahnpflege ist von
großer Bedeutung.
4. Ab dem Schuleintritt: Putzen mit normaler Zahnpasta für
Erwachsene (1000 - 1500 ppm Fluorid). Fluoridhaltiges
Speisesalz sollte beim Würzen der Mahlzeiten regelmäßig
verwendet werden.
Vor der Verordnung von Fluoridtabletten durch den Kinderarzt ist daher eine individuelle Fluoridanamnese bei dem Kind zu erheben, zumal in den Mineralwässern und im Trinkwasser unterschiedliche Mengen an Fluorid enthalten sind. Der Fluoridgehalt des lokalen Trinkwassers ist bei dem zuständigen Gesundheitsamt zu erfahren.
Die aktuelle Fluoridkonzentration im Trinkwasser für den Bereich Regensburg habe ich für Sie in Erfahrung gebracht - er beträgt 0,10 mg/l (Zahlen der REWAG). Laut TrinkwV (Trinkwasserverordnung) vom 21.05.2001 wird der Fluoridgehalt im Trinkwasser von einem unabhängigen Institut gemessen. Der Höchstwert liegt bei 1,5 mg/l Fluorid im Trinkwasser.